Rechtswidriges Angebot - Gewerbeauskunft-Zentrale (GWE) Düsseldorf - Betrug und Abzocke?

Schlagworte: Brancheneinträge, Gewerbeauskunft
14.06.2011 12:18 - GWE-Wirtschaftsinformations GmbH - Düsseldorf
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Rechtswidriges Angebot - Gewerbeauskunft-Zentrale (GWE) Düsseldorf - Betrug und Abzocke?

 

Das Düsseldorfer Privatunternehmen GWE-Wirtschaftsinformations GmbH, vertreten durch den Geschäftsführer Sebastian Cyperski, Hauptstr. 34, 40597 Düsseldorf, handelnd unter der Bezeichnung „Gewerbeauskunft-Zentrale“ sowie im Internet unter gwe-wirtschaftsinformation.de und gewerbeauskunft-zentrale.de soll derzeit an unterschiedliche Gewerbetreibende Rechnungen für Internet-Brancheneinträge versenden.

Die Firmen sollen im Vorfeld unaufgefordert ein Schreiben unter der offiziös erscheinenden Überschrift „Erfassung gewerblicher Einträge“ in einem Branchenverzeichnis erhalten. Das Schreiben an sich sehe optisch aus wie ein amtliches Schreiben, was scheinbar das Unterzeichnen des Schriftstückes fördert. Die unternehmensbezogenen Daten des Empfängers sind bereits voreingetragen – der Gewerbetreibende wird lediglich dazu aufgefordert, die bisherigen Angaben zu ergänzen oder zu korrigieren und das Formular sodann unterzeichnet per Telefax an die Firma GWE-Wirtschaftsinformations GmbH zurückzusenden.

 

Den Grund für diese Rechnung findet der Unternehmer, wenn er sich auch das Kleingedruckte durchliest, denn ausschließlich im kleingedruckten Fließtext soll sich der leicht überlesbare Hinweis, daß durch Unterzeichnung und Rücksendung des Formulars ein kostenpflichtiger Vertrag über die Darstellung seiner Anschrift sowie seiner Telefon- und Telefaxnummer nebst E-Mail- und Internetadresse mit einer Laufzeit von 2 Jahren zustande käme und daß der Unternehmer für diese Leistung 39,85 EUR im Monat zzgl. Umsatzsteuer zu entrichten hat.


„Wer darauf eingehe und erst bei der folgenden Rechnung merke, was er unterschrieben habe, solle den Vertrag anfechten. »Allerdings ist das mit einem Prozessrisiko verbunden, und es gibt Urteile zugunsten des Anbieters.« Denn für Gewerbetreibende gilt - anders als für Privatpersonen - kein 14-tägiges Widerrufsrecht, erläutert Siegfried Mühlenweg von der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe. »Auch bei uns sind dutzende Beschwerden eingegangen.« Mühlenweg rät zur Vorsicht.“

 

Aktuell wurde das Angebot der GWE offiziell durch das Landgericht Düsseldorf für rechtswidrig erkärt:

„Gewerbeauskunft-Zentrale

Obwohl dem Adressbuchverlag „Gewerbeauskunft-Zentrale” (kurz GWE) mit Urteil vom 15. April 2011 vom Landgericht Düsseldorf bescheinigt wurde, dass die so genannten "Offerten" rechtswidrig sind, verschickt der Rechtsanwalt der GWE, Herr Burkhard Joepchen, zur Zeit verstärkt Mahnbriefe mit sehr kurzen Zahlungsfristen und der Drohung, ein gerichtliches Mahnverfahren einzuleiten. Ferner wird dem Schreiben ein anonymisiertes Urteil des Amtsgerichts Münster vom 3. Oktober 2010 beigefügt, das aber ein ganz anderes Unternehmen und ein ganz anderes Formular betraf. Außerdem hat GWE nun gegen das Urteil Berufung eingelegt.Zum dem Düsseldorfer Urteil gegen GWE kam es, weil die GWE massenhaft ein amtlich gestaltetes Formular an Firmen verschickte und um Überprüfung der Unternehmensdaten und gegebenenfalls um deren Korrektur bat. In der Annahme, es handele sich um ein öffentliches oder amtliches Verzeichnis, schickten viele Unternehmen den Vordruck ausgefüllt zurück  und erhielten dann eine Rechnung über rund 900 Euro.Der Deutsche Schutzverband gegen Wirtschaftskriminalität e. V. (DSW) beanstandete die Aussendung wettbewerbsrechtlich unter dem Aspekt der Irreführung sowie der mangelnden Preistransparenz. Nach Auffassung des DSW wurden die Betroffenen dadurch in die Irre geführt, dass das Formular amtlichen Charakter erweckt und die Tatsache, dass es sich lediglich um ein Angebot handelt, verschleiert wird. Außerdem lässt die blickfangmäßige Ausweisung eines Preises pro Monat die finanzielle Gesamtbelastung, immerhin 956,40 €, zurücktreten. Nachdem keine Unterlassungserklärung abgegeben wurde, reichte der DSW Unterlassungsklage beim Landgericht Düsseldorf ein.
Am 15. April 2011 hat das Landgericht Düsseldorf das Urteil verkündet, mit dem der Klage des DSW vollumfänglich stattgegeben wurde. Damit sind die so genannten "Offerten" der Gewerbeauskunft-Zentrale rechtswidrig. Inzwischen hat GWE Berufung gegen das Urteil eingelegt. Über die Erfolgsaussichten der Klage kann man derzeit nur spekulieren.“                    
Quelle: http://www.konstanz.ihk.de/

 

Wie die GWE vorgeht, wie solch ein Schreiben aussieht und was Firmenkunden für Erfahrungen gemacht haben zeigt dieser Beitrag von Akte 20.10.

Doch was tun, wenn der Vertrag zustandegekommen ist und es für die Unternehmen kein 14-tägiges Widerrufsrecht gibt?

Welches Unternehmen konnte sich hier erfolgreich wehren?

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z.B. Lieferzeit, Verpackung, Status-Benachrichtigungen

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geschrieben von:
findeline

Firma nicht registriert.
Betrifft: GWE-Wirtschaftsinformations GmbH

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Hallo, ich wollte mitteilen, dass die Berufung von GWE gegen das Urteil des Landgerichts Düsseldorf erfolglos war, sofern ich es richtig sehe. Es handelt sich um die Entscheidung des OLG Düsseldorf vom 14.2.2012, Az. I-20 U 100/11, 20 U 100/11, die auf die Berufung gegen ein Urteil vom 15. April 2011 eingelegt worden war. Die Daten müssten also passen. Das Urteil ist z.B. abgedruckt in der Zeitschrift "Wettbewerb in Recht und Praxis", Jahrgang 2012, Seiten 731-734. Danach hat das OLG Düsseldorf entschieden: "Die Versendung eines Angebotsschreibens für einen erstmaligen Eintrag in ein Internet-Branchenverzeichnis, das nach seiner Gestaltung und seinem Inhalt darauf angelegt ist, bei einem flüchtigen Leser den Eindruck hervorzurufen, mit der Unterzeichnung und Rücksendung des Schreibens werde lediglich eine Aktualisierung von Eintragungsdaten im Rahmen eines bereits bestehenden Vertragsverhältnisses vorgenommen, verstößt gegen das Verschleierungsverbot des § 4 Nr. 3 UWG sowie gegen das Irreführungsverbot des § 5 Abs. 1 UWG." Ich hatte das Urteil kürzlich entdeckt, da ich einen Kurs im Unlauteren Wettbewerbsrecht vorbereitet hatte. Viele Grüße, Konstantin Schallmoser Rechtsanwalt

geschrieben von:
KSchallmoser

Veröffentlichungsdatum:
13.09.2012 10:20:23

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Sehr geehrte Damen und Herren, wir haben in der letzten Woche vor dem Landgericht München I eine Einstweilige Verfügung gegen die GWE GmbH, die der Betreiber des Portals Gewerbeauskunft-Zentrale.de ist, erwirkt. Nähere Informationen finden Sie hier: http://www.ll-ip.com/aktuelles/abmahnung-einstweilige-verfuegung-gewerbeauskunft-zentrale

geschrieben von:
LL-ip

Veröffentlichungsdatum:
24.10.2011 17:42:47

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Da ist die GEW GmbH aber nicht das einzige schwarze Schaf. Temdi.com zockt nach dem gelichen Prinzip ab, nur dass Temdi.com es auf Mediziner abgesehen hat. Die Temdi.com sitzt in Portugal
und hat eine .com Seite, sagt ja wohl alles! Genau wie die GWE GmbH sendet die Temdi.com an Gewerbetreibende
ein vorausgefülltes Formular an Mediziner, mit der Aufforderung die angegebenen Firmeninformationen zu prüfen, ergängen bzw korrigieren. Im Kleingedruckten findet man dann einen versteckten Hinweis, dass durch die Rücksendung der Auftrag zur kostenpflichtigen Eintragung für 36 Monate zu einem Preis von 1.017,00 Euro zzgl. Umsatzsteuer auf der Webseite http://www.temdi.com erfolgt. Wenn keine Zahlungen geleistet werden, folgen weitere Aufforderungsschreiben zur Zahlung!

geschrieben von:
fremdes

Veröffentlichungsdatum:
15.06.2011 16:22:54

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